Nahverkehrsplan des Kreises 2027-2031
Der Entwurf wird nicht das letzte Wort sein
Von Dr. Ulrich Strempel, CDU, Mitglied des Kreistags
Da hilft kein Jammern und kein Poltern: Auch am ÖPNV wird die schwierige Finanzlage des Landkreises nicht spurlos vorbeigehen. Der Kreistag hat der Kreisverwaltung haushalterisch enge Grenzen gesetzt, setzen müssen. Innerhalb derer hat der Kreis nun den unter den gegebenen Prämissen erst einmal stimmigen Entwurf des Nahverkehrsplans (NVP) 2027-2031 vorgestellt. Freilich ist noch nichts in Stein gemeißelt, das räumt die Kreisverwaltung ein.
Für Glienicke besonders relevant sind die Schülerbeförderung – die gewährleistet bleibt – sowie Taktveränderungen des 806 beziehungsweise des „Kiezbusses“, die die Anbindung an die S-Bahnhöfe Hermsdorf und Frohnau sicherstellen. Zumal an Sonn- und Feiertagen sollen gegenüber dem auslaufenden NVP eine Reihe von Fahrtenpaaren entfallen. Und das, obwohl sie zu den am stärksten nachgefragten Linien gehören.
Hier ist Realismus , nicht Maximalforderungen gefragt. Das Aufrechterhalten von Verbindungspaaren mit praktisch leeren Bussen ist wirtschaftlich nicht zu vertreten. Andererseits ist für den Kreis der ÖPNV Teil der Daseinsvorsorge. Zudem sieht man auch dort, dass die angestrebte „Verkehrswende“ gerade von der Angebotsseite her befördert werden muss. Sie hat in einer dichtbesiedelten Randgemeinde Berlins mit hohem Pendleraufkommen wie Glienicke die größten Erfolgschancen.
Aufeinander zugehen, Diplomatie und Kreativität – darum wird es in dem nun beginnenden Reigen der Beratungen innerhalb der Fraktionen, zwischen den Fraktionen und in den Gremien gehen. Gerade dann, wenn Vorschläge für den Kreis kostenneutral oder betriebstechnisch sinnvoll ausfallen, hat er sich in der Vergangenheit entgegenkommend gezeigt – siehe beispielsweise die Einrichtung des Kiezbusses. Gemeinsam mit Gemeindeverwaltung und interkommunalem Mobilitätsmanager könnte sich etwas in Glienickes Sinn bewegen lassen.
Ich gehe zuversichtlich in besagten Beratungsreigen. Der vorgelegte NVP-Entwurf wird nicht das letzte Wort sein.